Canonical Tag: welche Adresse für Google zählt
Dieselbe Seite unter vier Adressen erreichbar? Das kommt öfter vor als gedacht, und genau dafür gibt es diesen Hinweis im Quelltext.
Kurz und verständlich erklärt: Ein Canonical Tag ist eine Zeile im Kopfbereich einer Webseite, mit der Sie Suchmaschinen mitteilen, welche Adresse die maßgebliche Fassung dieses Inhalts ist. Er löst ein Problem, das die meisten Betreiber gar nicht bemerken: Dieselbe Seite ist oft unter mehreren Adressen erreichbar.
Wie dasselbe Dokument zu mehreren Adressen kommt
Typische Fälle: Die Seite ist mit und ohne www erreichbar, zusätzlich über http und https, mit und ohne abschließenden Schrägstrich. Dazu kommen Adressen mit angehängten Parametern, etwa aus einer Werbekampagne oder einer Filterfunktion. Für einen Menschen ist das offensichtlich dieselbe Seite. Eine Suchmaschine sieht zunächst vier oder mehr verschiedene Dokumente mit identischem Inhalt.
Die Folge ist selten eine Strafe, aber fast immer ein Nachteil. Google muss sich entscheiden, welche Fassung es in den Ergebnissen zeigt, und trifft diese Wahl möglicherweise anders, als Ihnen lieb ist. Außerdem verteilen sich Signale wie Verweise von anderen Websites auf mehrere Adressen, statt sich auf einer zu bündeln.
Was der Hinweis genau bewirkt
Der Canonical Tag ist ein Vorschlag, keine Anweisung. Google folgt ihm in der Regel, prüft aber selbst, ob die Angabe plausibel ist. Widersprechen sich die Signale, etwa weil die interne Verlinkung auf eine andere Adresse zeigt, kann die Suchmaschine anders entscheiden.
Deshalb gilt eine einfache Regel: Der Hinweis muss zu allem anderen passen. Interne Links, Weiterleitungen, die Angabe in der Sitemap und der Canonical Tag zeigen alle auf dieselbe Adresse. Sobald diese Kette bricht, entstehen genau die Unklarheiten, die man vermeiden wollte.
Selbstreferenzierend als Standard
Auf den meisten Seiten zeigt der Hinweis auf die Seite selbst. Das klingt überflüssig, ist aber sinnvoll, weil damit alle Varianten mit Parametern automatisch der Hauptadresse zugeordnet werden. Auf dieser Website steht deshalb auf jeder Seite ein solcher Verweis auf die eigene, gewünschte Adresse.
Anders sieht es bei echten Dubletten aus. Wenn ein Inhalt bewusst an zwei Stellen erscheint, etwa ein Beitrag in zwei Kategorien, zeigt der Hinweis auf beiden Fassungen auf die Hauptfassung. Genauso funktioniert es bei Druckansichten oder bei Seiten, die über verschiedene Filterwege erreichbar sind.
Häufige Fehler
Am schädlichsten ist ein Verweis auf die Startseite von jeder Unterseite aus. Das kommt vor, wenn ein Redaktionssystem falsch eingerichtet wurde, und führt dazu, dass Unterseiten aus dem Index verschwinden. Ähnlich problematisch sind Verweise auf Adressen, die weitergeleitet werden oder gar nicht existieren.
Ein zweiter Klassiker ist die Verwechslung mit anderen Werkzeugen. Der Canonical Tag ist kein Ersatz für eine Weiterleitung. Wenn eine Adresse dauerhaft verschwindet, gehört dorthin eine Weiterleitung, kein Hinweis. Und er ist kein Werkzeug, um Seiten aus dem Index zu halten, dafür gibt es die Anweisung noindex.
Und beim Umgang mit anderen Websites
Wenn Ihr Inhalt auf einer fremden Seite erscheint, etwa in einem Portal oder bei einem Partner, kann dort ein Canonical Tag auf Ihre Fassung gesetzt werden. Damit bleibt Ihre Seite die maßgebliche, obwohl der Text an zwei Stellen steht. Das setzt allerdings voraus, dass der Partner mitspielt und die Angabe technisch korrekt setzt.
Bei Pressemitteilungen, Stellenportalen oder Verzeichniseinträgen lohnt es sich, danach zu fragen. Häufig ist es kein Problem, es macht nur niemand von selbst.
Wie man es prüft
Der schnellste Weg führt über die Google Search Console. Dort steht bei jeder geprüften Adresse, welche Fassung Google als maßgeblich betrachtet und ob das mit Ihrer Angabe übereinstimmt. Weichen beide ab, lohnt ein genauer Blick auf interne Links und Weiterleitungen.
Im Browser lässt sich der Hinweis über den Quelltext prüfen, er steht im Kopfbereich. Bei größeren Websites hilft ein Crawler, der alle Seiten durchgeht und Widersprüche auflistet. Diese Prüfung gehört bei uns zu jeder Suchmaschinenoptimierung und zu jedem Relaunch im Webdesign.
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