Begriff erklärt

CMS: wann ein Redaktionssystem sinnvoll ist

Nicht jede Website braucht eines. Wer die Frage vorher klärt, spart sich jahrelange Wartungskosten oder eine große Enttäuschung.

CMS steht für Content Management System, auf Deutsch Redaktionssystem. Gemeint ist eine Software, mit der Inhalte einer Website über eine Oberfläche gepflegt werden, ohne dass jemand Code anfassen muss. Texte ändern, Bilder tauschen, neue Seiten anlegen: alles im Browser, mit Anmeldung und Rechteverwaltung.

Was ein solches System übernimmt

Im Kern trennt es Inhalt von Gestaltung. Die Texte und Bilder liegen in einer Datenbank, das Aussehen steckt in Vorlagen. Wenn Sie eine neue Seite anlegen, wird sie automatisch im richtigen Layout ausgegeben. Deshalb sieht die zwanzigste Unterseite genauso aus wie die erste, ohne dass jemand nachbaut.

Dazu kommen praktische Funktionen: mehrere Benutzer mit unterschiedlichen Rechten, ein Verlauf früherer Fassungen, Vorschau vor der Veröffentlichung, Suchfunktion, Formulare und meist ein Bereich für Beiträge, Termine oder Stellenanzeigen.

Wann sich der Aufwand lohnt

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob ein System schön wäre, sondern wer die Inhalte in zwei Jahren pflegt und wie oft. Wenn regelmäßig etwas dazukommt, etwa Projektberichte, Stellen, Aktuelles oder Preise, ist ein Redaktionssystem klar sinnvoll. Ebenso, wenn mehrere Personen im Unternehmen Inhalte einstellen sollen.

Weniger sinnvoll ist es, wenn eine Website über Jahre praktisch unverändert bleibt. Dann bezahlen Sie Updates, Wartung und Sicherheitsaufwand für eine Flexibilität, die niemand nutzt. In solchen Fällen ist eine schlanke Umsetzung ohne System günstiger im Unterhalt, schneller und weniger angreifbar.

Eine ehrliche Beobachtung dazu: Viele Kunden bestehen anfangs auf einem System, weil sie unabhängig sein wollen, und melden sich zwei Jahre später trotzdem für jede Änderung. Das ist kein Vorwurf, es ist einfach Alltag in einem vollen Betrieb. Wer das vorher weiß, kann bewusst anders entscheiden.

Welche Systeme verbreitet sind

Am bekanntesten ist WordPress, das einen erheblichen Teil aller Websites weltweit betreibt. Es ist offen, gut dokumentiert, für Redakteure verständlich und lässt sich fast beliebig erweitern. Daneben gibt es Systeme wie TYPO3, das im größeren Mittelstand und in Behörden verbreitet ist, sowie zahlreiche Baukastenlösungen, die Hosting und System zusammen anbieten.

Der Unterschied zwischen einem offenen System und einem Baukasten ist vor allem eine Frage der Unabhängigkeit. Ein offenes System können Sie zu einem anderen Anbieter mitnehmen, bei einem Baukasten bleibt die Website an den Dienst gebunden. Wie wir mit WordPress arbeiten, steht auf unserer Seite zur WordPress-Betreuung.

Was ein System kostet, das kein Preisschild trägt

Die laufenden Kosten liegen selten in der Lizenz, sondern in der Pflege. Kern, Vorlage und Erweiterungen brauchen regelmäßige Aktualisierungen, dazu Sicherungen und eine Kontrolle nach jedem Update. Wer das jahrelang schleifen lässt, bekommt irgendwann eine Website, die sich nur noch mit erheblichem Aufwand retten lässt.

Der zweite versteckte Posten ist die Geschwindigkeit. Systeme erzeugen Seiten bei jedem Aufruf neu und laden häufig mehr Skripte als nötig. Mit Zwischenspeicherung, wenigen Erweiterungen und sauberen Vorlagen bekommt man das gut in den Griff, es muss nur jemand tun. Was dabei zählt, steht unter Core Web Vitals.

Worauf man bei der Einrichtung achtet

Ein gutes Redaktionssystem fühlt sich nicht nach Software an, sondern nach Formular. Statt einer leeren Fläche mit hundert Möglichkeiten bekommen Redakteure vorbereitete Bausteine, die nur die Entscheidungen zulassen, die auch sinnvoll sind. Damit lässt sich eine Seite nicht kaputtklicken, und neue Inhalte sehen automatisch richtig aus.

Ebenso wichtig sind saubere Grundeinstellungen: sprechende Adressen, ein Canonical Tag je Seite, individuell setzbare Seitentitel und Beschreibungen sowie ein Bildupload, der große Dateien automatisch verkleinert. Diese Punkte werden bei der Einrichtung erledigt oder gar nicht.

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Wir erklären Ihnen, was das für Ihre Website bedeutet, ohne Fachjargon und ohne Verkaufsdruck. digitalfunken ist eine Digitalagentur aus Wachtberg bei Bonn.