Generative Engine Optimization: sichtbar in KI-Antworten
Ein junges Feld mit viel Marketinglärm. Hier steht, was sich beobachten lässt und wo die Vermutung anfängt.
Generative Engine Optimization, kurz GEO, beschreibt die Arbeit daran, dass Antwortsysteme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity ein Unternehmen erfassen, richtig einordnen und in passenden Antworten nennen. Der Begriff ist neu, die Aufgabe dahinter ist eine Fortsetzung dessen, was gute Onlinearbeit ohnehin ausmacht.
Warum überhaupt ein eigener Begriff
Eine klassische Suche liefert eine Liste von Links. Der Nutzer klickt, vergleicht und entscheidet selbst. Ein Antwortsystem liefert stattdessen einen fertigen Text, in dem vielleicht zwei Anbieter vorkommen. Wer dort nicht genannt wird, existiert in diesem Moment für diesen Menschen nicht, und es gibt keine zweite Ergebnisseite, auf der man ihn noch finden könnte.
Damit verschiebt sich das Ziel. Es geht nicht mehr um eine Position in einer Rangliste, sondern darum, als verlässliche Quelle für ein Thema erkannt zu werden.
Was sich beobachten lässt
Es gibt kein veröffentlichtes Regelwerk der Anbieter. Was es gibt, sind Beobachtungen darüber, welche Art von Inhalten regelmäßig als Quelle auftaucht. Diese Muster sind erstaunlich stabil.
- Abschnitte, die eine Frage direkt in den ersten Sätzen beantworten, statt sie in einer Einleitung zu umkreisen
- Klare Fakten mit Zahlen, Orten, Zeiträumen und benannten Verantwortlichen
- Strukturierte Daten, die maschinenlesbar festhalten, was der Text nur nahelegt
- Übereinstimmende Angaben an mehreren unabhängigen Stellen im Netz
- Inhalte, die auch ohne JavaScript im Quelltext stehen
Umgekehrt tauchen Werbetexte ohne Substanz selten auf. Aus einem Satz wie „Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen für Ihren Erfolg" lässt sich nichts entnehmen, das man einem Fragenden mitgeben könnte.
Der Zusammenhang mit klassischer Suche
Die meisten Antwortsysteme greifen im Hintergrund auf Suchergebnisse und öffentlich erreichbare Seiten zurück. Wer bei Google unauffindbar ist, wird deshalb auch selten zitiert. GEO baut auf bestehender Sichtbarkeit auf und ersetzt sie nicht. Wer etwas anderes verkauft, verkauft eine Abkürzung, die es nicht gibt.
Gleichzeitig gibt es einen bemerkenswerten Unterschied. In klassischen Ergebnissen hilft schiere Größe einer Website. Ein Antwortsystem sucht dagegen die passende Information und nimmt sie auch von einem Betrieb mit zwölf Mitarbeitenden, wenn sie klar formuliert und belegt ist. Für kleinere Unternehmen ist das eine gute Nachricht.
Was nicht möglich ist
Platzierungen lassen sich nicht kaufen und nicht garantieren. Es gibt keine Rangliste, an der man drehen könnte, und dieselbe Frage kann je nach Formulierung unterschiedliche Antworten ergeben. Wer eine Zusage über Nennungen in ChatGPT verkauft, weiß entweder nicht, wovon er spricht, oder hofft, dass Sie es nicht prüfen.
Möglich ist dagegen einiges anderes: sicherstellen, dass die Fakten über Ihr Unternehmen eindeutig, aktuell und widerspruchsfrei sind. Falsche Angaben korrigieren, die aus veralteten Quellen stammen. Inhalte so aufbauen, dass sie sich entnehmen lassen. Und den Zugriff der Systeme technisch erlauben oder eben nicht.
Die Entscheidung über den Zugriff
Über die Datei robots.txt lässt sich steuern, welche Dienste eine Website lesen dürfen. Wer genannt werden möchte, muss den Zugriff erlauben. Wer eigene Inhalte schützen will, kann bestimmte Bereiche ausschließen und nimmt dafür in Kauf, in Antworten nicht vorzukommen. Beides ist legitim, es sollte nur eine bewusste Entscheidung sein.
Wie man Ergebnisse überprüft
Es gibt keine Positionsanzeige. Praktikabel ist ein einfacher Ablauf: Stellen Sie mehreren Systemen regelmäßig die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, und halten Sie fest, ob und wie Ihr Unternehmen genannt wird. Ergänzend zeigen Serverprotokolle, welche KI-Dienste Ihre Seiten abrufen.
Das ist weniger exakt als klassische Auswertungen, reicht aber für die Frage, ob sich etwas bewegt. Mehr dazu auf unserer Seite zu GEO und KI-Sichtbarkeit.
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